Eine alte bonländische Devise besagt: Jeder Tag des Jahres ist Nationalfeiertag. Sie kommt nicht von ungefähr; ihr Ursprung lässt sich durch zwei prägnante Merkmale des typischen Bonländers erklären: Er kann sich erstens keine Daten merken, und zweitens feiert er gerne.
Doch ist es so, dass ein Land wie Bonland, das vor Souveränität nur so strotzt und stets nach einer Angleichung mit den etablierten Staaten des Weltreichs strebt, es sich nicht erlauben kann, an etwas so simplem und zugleich patriotischem wie einem Nationalfeiertag zu mangeln. Aber wer unter uns Staatsoberhäuptern kennt es nicht: Wie entscheidet man, wann dieser Tag stattfinden soll? Das Datum der Gründung des Staates? Daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern. Der Geburtstag des Präsidenten (19.3. übrigens, bitte im Kalender notieren)? Zu monarchisch. Einfach blind mit einem Dartpfeil auf den Kalender werfen? Oder doch Silvester nehmen, weil da ohnehin schon alle böllern (und die Staatskasse so Geld spart)? Sie sehen, es ist nicht einfach.
Je nach dem, wann Sie diesen Beitrag lesen, können Sie nachvollziehen, wie man vom Wetter eines Januartages, wenn von einem „Tag“ überhaupt die Rede sein kann, in dieser Datumswahl beeinflusst werden kann. Noch ist dieser Staat klein, doch die Vorstellung, mir in Zukunft bei irgendeinem Zapfenstreich die Zehen abzufrieren, ist nicht sehr rosig.
Auch sind die gesellschaftlichen Bedeutungen des Nationalfeiertags wichtig. Man muss ständig aufpassen, ob der gewählte Tag nicht zufällig der Geburtstag von Mussolinis Hund sein könnte. Es bleibt zu hoffen, dass der Shitstorm in diesem Fall klein ausfällt und die Wichtigkeit Bonlands in Zukunft alles weitere überschattet.
Der Nationalfeiertag Bonlands ist der 02.07., zu erklären durch die Tatsache, dass das Bonland-B im Alphabet an zweiter Stelle vorkommt und der Juli allgemein ein warmer Monat ist. Außerdem habe ich uns allen nun genug Zeit erkauft, diesen Tag entsprechend vorzubereiten.
Ein Beitrag von Präsident Milan Poppe
